Nachdem wir drei Tage Lissabon erkundet hatten ging es Samstag mit dem Bus nach Peniche. Von dort wurden Jessika und ich von Jessie vom Maximum Surfcamp abgeholt. Das Surfcamp liegt in Baleal, nicht weit weg von Peniche. Peniche & Baleal zählt schon seit langem zu den besten Surfspots Europas. Hier brechen konstant perfekte Wellen an endlosen Sandstränden. Surfen ist an den Stränden von Peniche ganzjährig möglich. Die einzigartige Lage der weit ins Meer gelegenen Halbinsel bietet unendlich viele Möglichkeiten für Surfer.
Leider waren die ersten beiden Tage noch sehr stürmisch. Wir mußten unsere Shorts beiseite legen und warme Pullover und Jacken anziehen. Doch pünktlich zum Kursbeginn am Montag ließ der Wind nach und wir hatten jeden Tag Sonnenschein und blauen Himmel.
Meine erste grüne Welle
Jessika, die ja schon einige Surfurlaube hinter sich hatte, nahm am Fortgeschrittenenkurs teil. Ich nahm am Anfängerkurs teil. Wir hatten jeden Tag 2 lange Surfsessions und waren 4-5 Stunden im Wasser. In den ersten Stunden lernten wir das gleiten und machten Gleichgewichtsübungen. Surfen ist nicht ohne Grund die schwierigste Sportart. Dagegen lernt man das Snowboarden noch fix an einem Tag – aber da bewegt sich auch nicht der Berg, so der Surfcampleiter Ralf.
Unser Kurs
Am Anfang der Woche war ich noch frisch. Mein Trizeps hatte ich im Fittneßstudio zuvor gut antrainiert. Gleich am ersten Tag probierte ich einige Male mit meinen Wohlgefortmenten Körper aufs Brett zu springen. Am zweiten Tag klappte dieses dann auch gut und ich konnte einige kleinere Weisswasserwellen surfen. Gegen Mitte und Ende der Woche liess dann meine Kraft immer mehr nach. Aber meine Technik wurde besser und mir gelang in der ersten Sessions in den großen Wellen gleich ein langer Surf auf einer “grünen” (ungebrochenen) Welle.
Schwung nehmen für die Welle – 5. Tag wir nahmen die ersten hohen Wellen
Ab Mittwoch bekam ich dann Muskelkater und verschiedene Wehwehchen. Und jeden Tag kamen neue Schmerzen hinzu an Stellen, da wußte ich noch gar nicht, dass ich dort Muskeln hatte. Meine Oberschenkel brennen, als wenn ich 4 Wochen Ski gefahren wäre; meine Bauchmuskeln, als wenn ich jeden Tag stundenland Sit-ups gemacht hätte; meine Hände und Unterarme fühlen sich an, als ob ich mit blossen Händen einen U-Bahnschacht ausgehoben hätte; mein Trizeps ist allerdings in Form.
Am Freitag bekam ich dann fast gar nicht mehr meinen Neo Anzug aus – dieses am Körper festgesaugte Etwas, welches jede Bewegung noch viel schwerer macht. Die Bewegungsfreiheit ist in den Dingern sehr eingeschrenkt….aber sie halten super warm im 15 Grad kaltem Wasser. Man kann sich problemlos 3-4 Stunden in den Wellen austoben ohne zu frieren. Aber die vom Körper zu bekommen ist schon ein Fitneßtraining an sich – besonders wenn die Hände schon ganz Wund sind.
Jessika ist schon sehr geübt. Sie surfte schon am ersten Tag größere Wellen und scheint auch sonst keine Ermüdungserscheinungen aufzuweisen. Sie meint sogar, dass sie jetzt mehr Muskeln und Kraft aufgebaut habe und es jetzt leichter ginge. Ich fühle mich jeden Abend, als wenn ich einen Halbmarathon gelaufen wäre.
Am Freitag Abend machten wir eine Grillparty im Camp. Es gab leckeres Essen, Wein und Bier. Anschliessend machten wir die Bars unsicher. Die letzten kamen um 6 Uhr in der früh nach Hause und andere waren wiederum bereits um 7 Uhr auf dem Meer, um die guten Bedingungen (Offshore Wind, Flut, etc.) zu nutzen.
Wenn ich wieder in Köln bin, so habe ich mir geschworen, setze ich das Fitneßtraining weiter fort. Ich habe hier jeden Tag einige Tausend Kalorien verbrannt. Der Frühling steht vor der Tür.
Fotostrecke